Hör‘ auf dich selbst einzuschränken!

Kennst du das? Ein neuer Tag beginnt, du hast frei und du malst dir noch unter deiner Bettdecke aus, wie alles laufen soll heute.

Du willst aufräumen, Wäsche waschen, zum Sport gehen, einkaufen, das Bad putzen, ein bisschen Spanisch lernen, das Buch von vor 4 Monaten endlich zu Ende lesen, Staubsaugen, Gitarre spielen, eine Freundin treffen, einen Termin beim Zahnarzt ausmachen, …. und und und. Die Liste hört gar nicht mehr auf, dabei hast du dein Bett noch gar nicht verlassen.
Kein Problem, denkst du dir, stolperst aus dem Bett in Richtung Küche und machst dir während dem Frühstück eine To-Do Liste.
Yes! Ist doch ganz einfach. So kann nichts vergessen werden. Und beim Schreiben fallen dir sofort noch viel mehr Punkte ein, die du unbedingt tun solltest heute.

Der Anfang ist zunächst gar nicht schwierig. Musik an und los geht’s.

Und tadaaa! Die Küche ist schon wieder aufgeräumt. Die stand zwar gar nicht auf der Liste, aber ohne saubere Küche geht es einfach nicht. Gut, kein Problem. Mit Vollgas geht es weiter. Badezimmer, Wäsche, Staubsaugen. Doch jetzt passiert etwas Unerwartetes. Etwas, mit dem du wirklich gar nicht gerechnet hast.

In Hamburg scheint die Sonne! Ahhhh!

Dir fällt vor Schreck der Staubwedel aus der Hand, als dich ein Sonnenstrahl trifft, der gerade aus der Wolkendecke bricht. Fasziniert schaust du aus dem Fenster. Natürlich gibt es viele Dinge, die deinen Tagesablauf durcheinanderbringen könnten, aber das ist echt ein seltener Anblick.

Du drehst dich vom Fenster weg, blickst auf Putzeimer und Staubsauger und deine viel zu lange To-Do Liste.
„Nein, ich hab‘ mir etwas vorgenommen und will das jetzt auch durchziehen.“
Aber mit einem Mal läuft es nicht mehr so flüssig wie zu Beginn des Tages.

Kennst du diese Engel- und Teufelfiguren, die in Zeichentrickfilmen urplötzlich rechts und links auf den Schultern erscheinen können?

Engel: Aber du weißt, wenn du deine Arbeit jetzt nicht machst, dann wird es am Ende noch viel mehr werden.
Teufel: Ach, lass die Arbeit ruhen, du solltest es dir gemütlich machen in der Sonne. Hör‘ nicht immer auf den Typen im Nachthemd!
Engel: Du wirst dich doch nicht so einfach aus dem Konzept bringen lassen! Du warst es, der sich die Liste gemacht hat.

Und so lässt du dich dann hin- und herreißen und machst in dem Moment gar nichts von beiden. Toll.

Jetzt bist du erst recht unzufrieden. Und dann auch noch dieses schlechte Gewissen, das sich breitmacht, sobald du gar nichts mehr tust. Wieso musst du dir auch immer so viel vornehmen? 

Meine Erkenntnisse:

  • Bloß keine To-Do Listen schreiben, die schränken mich ein
    Besser: Einfach machen und auf dich und deine Intuition vertrauen. Dann wird’s gut
    Wer unbedingt eine Liste braucht: eine Liste für eine ganze Woche schreiben (oder für 2, oder für einen Monat)
  • Nichts tun ist nicht schlimm! Es ist vielleicht erst etwas ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell dran 😉
  • Nicht immer gleich Alles wollen
    Besser: Überlege dir, was du brauchst, um am Ende des Tages zufrieden mit dir zu sein
  • Ganz wichtig: Sobald ein Hauch von Sonne zu sehen ist: RAUS MIT DIR!!!

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